C.M.B.S. | Was ist zu tun, wenn Ihr Team in innere Kündigung geht?
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Innerliche Kündigung im Team

Erfolg hängt ganz und gar von der Fähigkeit und Bereitschaft der Menschen ab, ihre Talente und Energien effektiv einzusetzen. Was also ist zu tun, wenn Ihr Team innerlich gekündigt hat?

Eigentlich ist es offensichtlich, doch manchmal hilft es, auch Belege für Offensichtliches zu bekommen. So gibt es mittlerweile auch Untersuchungen, die zeigen, dass ein unbe-streitbarer Zusammenhang zwischen dem Engagement der Mitarbeiter und der Leistungsfähigkeit der Organisation besteht. Wer hätte das gedacht? Laut dem Corporate Leadership Council beispielsweise wachsen Unternehme mit engagierten Mitarbeitern und ihre Gewinne bis zu dreimal schneller als ihre Konkurrenten.

Dabei stellt die „innere Kündigung“ für viele Organisationen nach wie vor eine der großen Herausforderungen dar. Die Gründe und Auslöser können dabei sehr unter-schiedlich sein. Permanente Reorganisationen erzeugen oft zunehmende Verunsicherung bei den Mitarbeitern und irgendwann wird es dann zu viel. Doch auch ein Zusammen-spiel von privaten mit beruflichen Anforderungen kann zu einem „sich ausklinken“ auf einer Seite führen, meist ist es dann die Arbeit.

Um die „innere Kündigung“ in den Griff zu bekommen, braucht es allerdings bereits das frühzeitige Erkennen der ersten Anzeichen. Besonders zu Anfang kann noch mit geringem Aufwand wirkungsvoll gegengesteuert werden, bevor sich diese Einstellung verfestigt und möglicherweise auch noch ausbreitet. Dabei geht es nicht alleine um ein rationales Verstehen. Es kommt darauf an, die Gefühle der Menschen wahr- und ernst-zunehmen, um diese wieder in eine positive Einstellung zurückzuführen.

Leicht gesagt. Vertrauen und Motivation sind schnell zerstört, doch es braucht Zeit und aufrichtiges Zusammenwirken, um beides wieder aufzubauen. Zeit, die sich viele Unternehmen und Führungskräfte in unserem ankonditionierten Effizienzdenken nur sehr selten zugestehen. Dabei liegt gerade hier das Investment für eine erfolgreiche Zukunft.

Woran lässt sich überhaupt erkennen, dass Mitarbeiter für sich bereits innerlich gekündigt haben? Als sehr offensichtlich gelten dafür u.a. folgende drei Anzeichen:

1. Schlechte Leistung.
Wenn Menschen nicht mehr in der Lage sind, einen akzeptablen Leistungsstandard zu erreichen, obwohl sie offensichtlich über die erforderlichen Fähigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen verfügen, fragen Sie sie offen (doch unter vier Augen), ob sie Spaß an ihrer Arbeit haben. Fehler, unvollendete Projekte, mittelmäßige Anstrengungen, mangelnde Konzentration oder schlicht und einfach mangeldes Durchhaltevermögen sind häufig auftretende Leistungsprobleme, wenn Menschen innerlich gekündigt haben.
Die dahinterliegenden Gründe können allerdings vielfältig sein. Vergleichbare Anzeichen erfahren sie, wenn die Menschen sich überfordert fühlen. Dies ist immer ein subjektiver, persönlicher Eindruck der betroffenen Person.

2. "Krankfeiern".
Oft kann es sich wie ein unüberwindliches Hindernis anfühlen, einfach aus dem Bett aufzustehen und arbeitsbereit zu sein, besonders dann, wenn es dem Menschen an Motivation mangelt, seinen Job zu erledigen. Natürlich braucht jeder Mal eine Auszeit, wenn es einem schlecht geht. Doch Sie sollten darauf achten, ob es mit einer gewissen Regelmäßigkeit zu solchen ungeplanten Auszeiten kommt. Häufige ungeplante Auszeiten unmittelbar vor oder nach Wochenenden, wenn Fristen/Termine fällig werden oder bestimmte Herausforderungen zu bewältigen sind, sprechen in der Regel für sich.

3. Minimales Engagement.
Die fehlende Bereitschaft, mehr zu tun, als unbedingt nötig ist, spiegelt ebenfalls oft einen solchen innerlichen Rückzug wider. Menschen, die voll in ihrer Aufgabe aufgehen, sind in der Regel froh darüber, speziell die extra Meile zu gehen und müssen dazu nicht extra gefragt werden. Engagierte Menschen sind eher bereit, ihre Kollegen bei der Erreichung von Zielen oder Terminen zu unterstützen. Menschen, die innerlich gekündigt haben, neigen dazu, sich lediglich auf das zu konzentrieren, was sie minimal erreichen müssen, und ziehen sich auch aus Aktivitäten der Gruppe zurück. Bei ihnen ist es zudem wahrscheinlicher, dass sie der Übernahme von Verantwortung aus dem Weg gehen. Genauso werden sie nur geringen Einsatz zeigen, wenn das Team sie braucht.

Um wieder die Bereitschaft für ein eigenmotiviertes Engagement zu wecken, bedarf es einer bewusste Herangehensweise, die sich auf jede Person im Einzelnen und Ihr Team als Ganzes konzentriert.

Es gibt Gründe und es gibt Beweggründe.
Die Gründe adressieren den Verstand, die Ratio. Doch dies bringt uns nicht ins Tun. Ins Tun bringt den Menschen ein Gefühl. Und je nachdem, wie dieses Gefühl ausschlägt, so wird auch die daraus folgende Handlung: positiv/negativ, konstruktiv/destruktiv, aktiv/passiv, chancenorientiert/risikovermeidend usw..

Gründe, Beweggründe, innerer Antrieb, Sinn

Zu den wichtigsten Schritten, die Sie unternehmen können, gehören z.B. diese:

1. Mit Menschen in Kontakt treten und sie kennenlernen.
Nicht selten arbeiten Menschen in einem Team/einer Gruppe zusammen, ohne sich wirklich zu kennen. Also sprechen Sie mit den Leuten in Ihrem Team darüber, wie sie ihre Rolle, Ihr Team oder das Unternehmen und die Zukunft sehen. Finden Sie mit ihnen zusammen heraus, inwieweit sie Antrieb für bzw. Spaß an ihrer Arbeit haben und zu welchem Team sie sich zugehörig fühlen. Unterschätzen Sie nicht, wie häufig es vor-kommt, dass Menschen überhaupt nicht mögen, was sie täglich tun. Manche tun es, weil sie keine andere Möglichkeit für sich sehen und viele haben für sich noch nie heraus-finden dürfen, was sie wirklich interessieren und anspornen würde.

2. Energiemanagement.
Die Stärke des Teamgeistes hat einen großen Einfluss auf das Ausmaß des Engagements und letztlich auf die erbrachte Leistung. Wenn sie Begeisterung erfahren, sind die Menschen eher geneigt, positive und förderliche Gedanken, Emotionen und Verhaltens-weisen zuzulassen bzw. zu entwickeln. Wer jedoch keine Energie mehr hat – und je mehr sie davon im Team haben, desto wahrscheinlicher ist es - wird mit hoher Wahrschein-lichkeit auf eine Weise (re)agieren, die den Erfolg untergräbt.

3. Teilen Sie eine inspirierende Vision für die Zukunft.
Schaffen Sie ein klares Bild von der Zukunft, die es den Menschen ermöglicht zu erkennen, welche Rolle sie spielen können. Bleiben sie realistisch auf den Bereich, den Sie mit Ihrem Team gestalten können. Oft ist hier mehr möglich, als auf den ersten Blick vermutet wird. Inspirieren Sie jedes Mitglied Ihres Teams, seine Rolle übernehmen zu wollen, indem Sie Ausblicke auf das geben, was Sie gemeinsam erreichen können. Streben Sie danach, einen starken Glauben an eine (gestaltbare) Zukunft zu wecken und die Menschen werden mit größerer Wahrscheinlichkeit überzeugt sein, die vor ihnen liegenden Herausforderungen (gemeinsam) zu meistern. Im Gegensatz dazu werden Menschen eher mit Rückzug und innerer Kündigung reagieren, wenn sie wenig Hoffnung auf Erfolg und eigene Gestaltungsmöglichkeiten sehen.

4. Erschaffen Sie ein starkes Gefühl von persönlichem Wertbewusstsein.
Wie wir über uns selbst denken und wie wir glauben, dass andere Menschen über uns denken, spielt eine entscheidende Rolle dabei, wie es uns gelingt unseren Geist zu beleben und unser eigenes Engagement zu beeinflussen. Generell sind Menschen eher bereit, sich aktiv einzubringen, wenn sie sich zum Beispiel geschätzt, kompetent und respektiert fühlen. Belohnen und anerkennen Sie daher Ihre Mitarbeiter für den Beitrag, den sie leisten. Dabei machen ein Dankeschön oder eine öffentliche Anerkennung ihrer Bemühungen einen nicht zu unterschätzenden, weil großen Unterschied aus.

5. Bauen Sie starke Beziehungen auf.
Schaffen Sie ein Umfeld, in dem sie die Menschen ermutigen, gesunde und ehrliche Beziehungen innerhalb des Teams und auch nach außen zu pflegen. So ermöglichen Sie es Ihrem gesamten Team, erfolgreich zu sein. Mit Vertrauen und Respekt für die Menschen, mit denen sie arbeiten, sind diese eher bereit, sich auch emotional in Ihr Unternehmen einzubringen. Betrachten Sie sorgfältig die Leute, die Sie einladen, in Ihr Team zu kommen, und berücksichtigen Sie die Effekte, die sie wahrscheinlich erzeugen werden. Die fachliche Eignung ist dabei nur ein Teil, wichtiger sind die Eigenschaften, die den sogenannten „cultural fit“, also die Eignung sich in den Teamspirit einzubringen, ausmachen. Es ist nicht unbedingt entscheidend nur die (fachlich) Besten zusammen-zubringen, es ist entscheidend die zusammenzubringen, die miteinander das beste Ergebnis erzielen wollen. Ergreifen Sie frühzeitig Maßnahmen, um auftretende Konflikte und Verhaltensweisen anzugehen, die sich nachteilig auf die Art und Weise auswirken, wie Menschen sich fühlen, wenn sie zur Arbeit kommen.

Nun sind das alles schöne Verhaltensgerüste und Maßnahmenkataloge zum abarbeiten. Doch wie geht es der Führungskraft, also Ihnen selbst dabei? Wer kümmert sich um Sie, um Ihre Befindlichkeiten und um Ihre innere Begeisterung für die vielfältigen anstehen-den Aufgaben? All diese Maßnahmen können nur dann fruchten, wenn zuerst Sie als Führungskraft wieder in Ihrem Zustand von Kraft, Zuversicht und Selbstvertrauen stehen. Wohin soll denn eine erschöpfte, zweifelnde und ängstliche (die Angst vor Konsequenzen wie Versetzung, Degradierung, Entlassung, Gesichtsverlust etc.) Führungskraft ihr Team mitreißen?

Folgen Sie mit innerer Überzeugtheit Ihrer Berufung oder erledigen Sie nur einen Job? Sie bewegen sich immer in einem Resonanzfeld und Menschen haben ein feines Gespür, wieviel Selbstvertrauen und Überzeugtheit ihnen gegenübersteht. Das Team einer starken (ehrlich in sich selbst vertrauenden) Führungskraft wird gar nicht erst in eine innere Kündigung kommen. Da wird jeder bereits frühzeitig aufgefangen und wieder aufgebaut.

Also geht es zuerst darum, für sich selbst all diese Punkte durchzuspielen und ehrlich zu sich zu sein. Wo, an welchen Punkten brauchen Sie für sich zunächst einmal die not-wendigen Ressourcen aktiviert, bevor Sie in einem (noch) angeschlagenen Zustand darangehen, irgendwelche schlauen Maßnahmen umzusetzen. Dies ist ein starkes Stück Eigenverantwortung, das hier von Ihnen gefordert wird. Doch ohne diese Erkenntnis und deren konsequente Selbst-Umsetzung, werden Sie bei immer mehr Krafteinsatz (gegen ihr eigenes Energiefeld) immer weiter in die Wirkungslosigkeit und eigene Erschöpfung kommen.

Wer über andere Menschen herrschen will, sollte zuerst Herr seiner selbst sein.
(nach Karl Martell)

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