C.M.B.S. | Wie wir von Umsetzungsdilettanten zu Umsetzungsprofis werden.
2439
post-template-default,single,single-post,postid-2439,single-format-standard,woocommerce-no-js,ajax_fade,page_not_loaded,smooth_scroll,

Blog

Von Wissensriesen und Umsetzungsdilettanten

Bei all dem was wir wissen, ist es doch immer wieder erstaunlich wie wenig wir in die Umsetzung bekommen. Und das betrifft alle Lebensbereiche, die beruflichen wie auch die privaten. Warum ist das so? Und wie könnte es anders werden?

Da muss sich jetzt niemand wegducken und hoffen, dass es ihn doch nicht trifft / beträfe. Wir sind alle davon betroffen, jeder in seinen persönlichen Gebieten, selbst wenn er oder sie durchweg erfolgreich zu sein scheinen. Jeder hat seine Felder, in denen er oder sie einfach nicht dahin kommt, was scheinbar logisch und offensichtlich sinnvoll wäre.

Ihnen fällt da gerade kein Beispiel ein, das auf Sie zuträfe? Na, abwarten! Wir nehmen jetzt einfach mal ein paar Fragen und Sie dürfen für sich ankreuzen, wo Sie so stehen. Bereit dafür? Los geht’s.

Sie sind Raucher? Sie wissen aber, dass Rauchen Ihrer Gesundheit schadet, Ihre Leistungsfähigkeit mindert und Ihre Lebenserwartung reduziert? Wie nie gehört? Also mal ernsthaft. Sie haben all das Wissen verfügbar, bekommen es sogar auf jeder Zigaretten- und Tabakpackung mit anschaulichsten Bildern und Botschaften vorgeführt, aber dennoch, Sie können’s nicht lassen.
Sollten Sie noch Kinder haben, wissen Sie auch, dass Sie für diese Verantwortung tragen, nicht nur als Vorbild sondern zunächst zu deren Schutz und Versorgung. Den Gedanken schieben Sie aber gerne zur Seite, denn Sie betrifft es ja nicht und Sie werden’s schon so lange überleben, bis die Kleinen aus dem Gröbsten raus sind.

Sie trinken Alkohol? Bei der ein oder anderen Gelegenheit auch deutlich mehr als das vertretbare Maß? Eigentlich mehrmals im Monat. Zwei, drei Bier oder ein paar Gläser Wein jeden Abend sind doch nicht so schlimm, oder? Gut, das geben die Wenigsten zu. Alkohol ist ein spezielles Thema. In den akuten Fällen ist die Selbsteinschätzung stark vermindert. „Man hat das schon im Griff.“

Bleiben wir beim Trinken. Sie wissen das so zwei bis drei Liter Wasser täglich (abhängig von dem was Sie tun und in welcher Umgebung) für Ihre Leitungsfähigkeit und Gesund-heit förderlich sind. Wieviel davon kompensieren Sie mit stark zuckerhaltigen und oder koffeinhaltigen Getränken? Und auf welche Menge gesundheitsförderliche Flüssigkeit kommen Sie wirklich?

Sie wissen, dass Koffein ein Aufputschmittel ist. Ihr Tag ist stressig, von Termin- und Ergebnisdruck geprägt? Ihr Körper schüttet eh schon mehr Adrenalin aus, als länger-fristig gesund ist und dennoch schütten Sie noch etliche Tassen Kaffee (kein koffeinfreier) über den Tag in sich hinein. Koffein bräuchten Sie nun wirklich nicht, doch am Abend wundern Sie sich, warum Sie nicht zur Ruhe kommen und nur fertig, erschöpft ins Bett und in einen unruhigen Schlaf fallen.

Gesunde Ernährung, Energie tanken

Sie wissen, dass zwei händevoll Obst am Tag für Ihren Vitaminhaushalt erforderlich sind. Was steht in Reichweite Ihres Schreibtisches? Die Bonbon- und Keksschale oder der Obstkorb? Und wohin greifen Sie bevorzugt?
Auf welche Menge an Obst kommen Sie am Tag?

Sie wissen, dass regelmäßige Bewegung und Sport Ihr Kreislaufsystem und Herz stärken, sie dadurch leistungsfähiger und widerstandsfähiger werden. Ebenfalls erhalten Sie sich Ihre Muskulatur, beugen Rückenproblemen vor und erhöhen ganz nebenbei Ihren Grundumsatz – was auch das Abnehmen (so es denn ein Thema für Sie ist) unterstützt. Kommen Sie auf täglich 10.000 Schritte, auf zusätzliche zwei 10-minütige Power-Work-outs (die Sie ins Schwitzen und Schnaufen bringen)? Oder ist da doch jede Rolltreppe und jeder Fahrstuhl willkommen und die Sportschau zählt ja auch irgendwie?

Sie wissen als Führungskraft, wie wertschätzende Kommunikation ablaufen sollte? Dazu haben Sie schon mehr als ein Seminar besucht. Wie sieht Ihre Kommunikation in Stress-situationen aber wirklich aus? Wie viel Wertschätzung lässt Ihr Adrenalinspiegel jetzt noch zu? Fragen Sie doch mal Ihre Mitarbeiter, wie die Sie so einschätzen.

Doch Vorsicht! Sie kennen die Regeln, wie man Kritik annimmt? Haben Sie bestimmt auch schon mal gelernt oder gehört. Und, wie leicht fällt Ihnen das?

Sie sind im Verkauf? Haben diverse Schulungen absolviert, kennen die Struktur eines optimalen Verkaufsgesprächs und doch kommen Sie nicht selten heraus und haben wieder den maximalen Rabattsatz gewährt?

Ja, ja, das Leben ist hart und schließlich spielen die anderen da auch noch eine Rolle. Es geht halt nicht immer so nach Lehrbuch.

Könnte es aber nicht auch damit zusammenhängen, dass Sie vieles zwar gehört haben, es auch wissen, doch sich nie wirklich die Mühe (und die Zeit) gegeben haben, es auch für sich zu verinnerlichen? Lernen und Umsetzen funktioniert nicht über den Verstand, unsere Ratio alleine. Lernen und Umsetzen gelingt über Erfahrung und Emotionen. Dadurch verankern wir das Wissen als Handlungsmuster. Es geht im Wortsinn „in Fleisch und Blut“ über.

Wie viel von dem was Sie alles Wissen, können Sie auch wirklich jederzeit so abrufen, dass es zu einer kontrollierten, automatischen Umsetzung reicht?

Und so wie es Ihnen geht, geht es auch Ihren Kollegen und den Mitarbeitern. Wir alle sind (nur) Menschen. Gut, diese Feststellung mag tröstlich sein, dennoch hilft sie uns noch nicht dabei, wirklich besser zu werden.

Wie kann aus dem Wissensriesen nun ein Umsetzungsprofi werden?

Der erste Schritt ist sich bewusst zu werden und einzugestehen, dass um zum Profi zu werden Wissen und Umsetzungskönnen gehören. Und um zu letzterem zu gelangen, braucht es üben, üben, üben. – Und es braucht Disziplin. Ein Wort, das völlig zu Unrecht leider zu oft mit negativen Assoziationen besetzt ist.

Dabei wäre es so einfach: „Wenn ich etwas erreichen will, ist Disziplin nur die Routine, jeden Tag etwas dafür zu tun, damit ich dieses Ziel auch erreiche.“

Einflussfaktoren für Motivation

Da merken Sie vielleicht auch schon, dass dies sehr viel mit Eigenorganisationsfähig-keiten zu tun hat. Bestimmt haben Sie auch dazu schon das ein oder andere Seminar besucht, die Tipps der Erfolgreichen gelesen und sich möglicherweise auch das ein oder andere abgeschaut. In der Regel waren das wohl eher die Tipps, die Sie nicht zu sehr aus Ihrer Komfortzone herausgefordert haben, stimmt‘s?

Wenn Sie wirklich etwas verändern, verbessern oder anderes erreichen wollen, könnten Sie sich mal bei erfolgreichen Sportlern umschauen. Die kennen auch sehr viel über die Theorie Ihres Sports und haben meist schon beachtliche Fähigkeiten das Wissen umzu-setzen. Doch um richtig gut zu werden, um in der Spitze mitspielen zu können, haben sie einen oder mehrere Trainer und Coaches, die sie mental, technisch und körperlich anspornen und an ihre Grenzen bringen.

Wo liegt Ihre Grenze? Wie oft waren Sie schon an ihr dran, haben es mit allen Fasern gespürt? Wie oft haben Sie z.B. Ihre Neujahrsvorsätze (so Sie sich noch welche vor-nehmen) wirklich durchgezogen? Und wenn Sie Ihren inneren Schweinehund bezwungen, Ihre Grenzen gespürt und Ihr ambitioniertes Ziel erreicht haben, wie haben Sie sich dann gefühlt? Vermutlich absolut großartig und erfüllt.
Leider kennen die meisten Menschen dieses Gefühl gar nicht oder es liegt lange zurück. Diejenigen, die sich wieder auf den Weg gemacht haben, spüren auf einmal, wie sich Leben, wie sich „lebendig sein“ anfühlt. Und Sie wollen gerne mehr davon, alleine aus innerem Antrieb. Diese Menschen haben wieder Ihr inneres Feuer, Ihre Leidenschaft und Ihr äußeres Feuer, Ihren Willen entfacht.

Als Führungskraft werden Sie nur dann begeistern und mitreißen, wenn Sie selber für etwas brennen. Nur so können Sie auch bei anderen den Funken entzünden. Alles andere bleibt eine lauwarme Brühe von „muss ja irgendwie“.

No Comment

Post A Comment